Medientreff NRW 2009
Im Ohr des Hörers - Radio: Stimme, Musik, Emotion
Welche Rolle spielt das Radio im Leben seiner Hörer? Was hat sich verändert? Was wird sich verändern? Hat das klassische Radio eine Zukunft?
 
Reinhard Pede  
Diesen Fragen hat sich der Medientreff Bad Honnef 2009 gewidmet - nicht vor dem Hintergrund der aktuellen technischen Entwicklungen, sondern in Rückbesinnung auf die originären Stärken des Radios: Stimmen, Musik, Emotionen.

Geht es tatsächlich nur noch um das "Herunterleiern" von lustigen Ansagen oder die Berieselung mit möglichst wenig störender Musik? Was bedeutet Hören für Menschen? Wie hören sie? Kann das Radio in seiner derzeitigen Verfassung dazu beitragen, Hören zu entwickeln oder ist es ein Element, das einen Beitrag zur "akustischen Umweltverschmutzung" leistet, wie eine Reihe von Kritikern meinen? Und was bedeutet das wiederum für Radiomacher/-innen, die vor der Aufgabe stehen, Radio als zukunftsfähigen Teil der Medienszene zu sichern?
Mehr als 60 Programmmacher, Berater und Wissenschaftler trafen sich beim ersten Medientreff in Bad Honnef.
Das Katholisch-Soziale-Institut (KSI) hat mit dem Medientreff 2009 Programmmachern und Programmverantwortlichen des Hörfunks – nicht nur aus NRW – ein Forum geboten, um über Bedeutung von Stimme und Sprechen im Radio zu diskutieren.

 
Stimmen und ihre Wirkung, Moderation: Andreas Bursche, 1LIVE moderiert  


Das Veranstaltungskonzept entwickelte die MedienQualififzierung – Akademie für Hörfunk und Medien, die eine Reihe namhafter Radioexperten verpflichten konnten. Angesichts des Zuspruches von Vertretern der NRW Lokalradios scheint das Interesse an einem solchen Forum in NRW groß zu sein.

 
Claudia Schall, CR Radio Köln, Andreas Heine, CR Radio MK und Programmchef yourzz.fm  




Claudia Schall, Chefredakteurin von Radio Köln, die ein Panel mit der Fragestellung „„Was macht Stimmen attraktiv? Sprache und Sprechen im Radio.“ moderierte, stellte fest: „Es ist gut dass es für Radiomacher in NRW wieder einen Medientreff gibt und beim nächsten Mal müssen nur noch mehr Leute kommen, dafür sollten wir alle werben.“


 
Emotionale Wirkung von Musik, Moderation: Peter Grabowski  
Der Medientreff 2009: "Im Ohr des Hörers – Radio Stimme, Musik, Emotionen“ brachte Wissenschaftler und Programmmacher – von Chefredakteur/-innen, über Moderator/-innen, Redakteur/-innen bis hin zu Volontären – zusammen, um über die Bedeutung der Stimme und der Sprache im Radio zu diskutieren. Doch nicht nur die Diskussionen auf den Panels, sondern vielmehr die Atmosphäre, die das KSI in Bad Honnef bot, sorgten für intensive Gespräche und kommunikativen Austausch unter den Anwesenden.

 
Reinhard Pede, Sprech-Trainer und Stephan Hampe  
Besonders lebhaft verlief die Diskussion im Anschluss an die key-note von Prof. Dr. Walter Sendelmeier, der Forschungsergebnisse präsentierte, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Stimme und Sprechweise identifizierten. Gleichwohl warnte er vor allzu kurzschlüssigen Rückschlüssen bei der Auswahl von Moderatoren und Sprechern fürs Radio.
Das beliebte und häufig genutzte Attribut der „Authentizität“ wurde in seiner Aussagefähigkeit heftig in Frage gestellt, denn - so die überwiegende Mehrheit der Diskutanten – ist Sprechen im Radio eine professionelle Kompetenz, die erworben werden muss und erworben werden kann.

Nur wenn professionelle Kompetenz entwickelt wurde kann Radio gelungene Kommunikation herstellen. Dazu gehört aber auch, so Stephan Hampe, der Zusammenhang von Stimme, Sprechen und Inhalt. Und Stephan Halfpap verwies darauf, das es „Typen“ bedürfe, also Persönlichkeiten, die dem Profil eines Senders und des jeweiligen Formats entsprechen. Nur so könne es gelingen glaubwürdig zu kommunizieren.

 
Holger Schramm  
Der erste Medientreff, das kann ohne Einschränkung festgestellt werden, kann sich als Forum für den fachlichen Austausch zwischen Programmmachern entwickeln. Uns so hat der Hausherr, Prof. Bergold, auch den nächsten Termin schon im Veranstaltungskalender des KSI festgeschrieben: Der Medientreff 2010 findet am 31. August und 1. September 2010 statt.
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